Die Gebäudeakte: der Materialpass für jedes Gebäude
Die Gebäudeakte dokumentiert, was in einem Gebäude verbaut ist. Sie entsteht nicht nachträglich, sondern bei der Anlieferung, Fahrt für Fahrt, als rückverfolgbarer Datensatz.
Was die Akte erfasst
Je verbautem Produkt:
- Produkt und Hersteller
- Wert
- ausführender Betrieb
- Einbaudatum
- Lebensdauer
Nutzen über den Lebenszyklus
Ihr Nutzen zeigt sich über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes:
- Architekt: bei Umbau und Sanierung
- Bauherr: beim Verkauf
- Gewerk: bei Wartung und Instandhaltung
- Stadt: als Inventar des Gebäudebestands
- Recycler: beim Rückbau
- Versicherung: RAICOS sagt, was in einem Gebäude steckt.
Gewährleistung und Aftersales
Hersteller, Großhändler und Gewerke wissen, was wann wo verbaut wurde. Gewährleistungsfälle und Aftersales lassen sich dem richtigen Produkt und Betrieb zuordnen: Der Installateur muss die Wand nicht aufschlagen.
Material mit Identität
„Abfall ist Material ohne Identität.“ Das sagt der Architekt Thomas Rau, Mitgründer von Madaster. Madaster erstellt Materialpässe für Gebäude.
Diese Identität entsteht bei der Anlieferung, nicht beim Abriss. Mit jeder Lieferung dokumentiert WEMAITES, welches Material wann auf welche Baustelle geht.
Die Stadt als Rohstofflager
Dirk E. Hebel, Professur Nachhaltiges Bauen am KIT, beschreibt die Stadt als urbane Mine und sieht die Baubranche im Wechsel von der Verbrauchs- zur Kreislaufwirtschaft. Werner Sobek, Universität Stuttgart, ILEK: Das Bauen steht für mehr als die Hälfte des weltweiten Materialverbrauchs.
Was in Wiens Gebäuden steckt
- 380 Mio. tBaustoffe im Wiener Gebäudebestand
- 6 Mio. tdavon Metalle
- 120 kgKupfer je Einwohner, geschätzt
Die Gebäudeakte ist das Ziel, nicht Teil des Testbetriebs. Ab November 2026 entstehen in Wien die ersten Datenpunkte, Lieferung für Lieferung.